In Friedrichshain wird derzeit eine energetische Altbausanierung von 25 Wohnungen fertiggestellt und realisiert, hier wurden die Wohnungen bereits zu einem sehr frühen Stadium von uns an Eigenbeziehern verkauft.
Es wird ein Effizienzhaus 55 erreicht werden, was eine sehr anspruchsvolle Sanierung bedeutet. Im Vorfeld noch ein Hinweis, bei einem Neubau sind die Wertigkeiten wesentlich einfacher und kostengünstiger zu erreichen und ein Altbau wird und muss anders bewertet werden.
Bei einer energetischen Sanierung wird genauso wie bei einer „normalen“ Sanierung der Bestand aufgenommen, auf Bauschäden untersucht, die Pläne erstellt und diverse Sachverständige für zum Beispiel Holzschädlinge oder Hausschwamm hinzugezogen. Nur wird von vornherein ein qualifizierter Energieberater mit an Bord genommen um den Ist-Zustand zum Beispiel anhand von Wärmebildkameras zu dokumentieren um bereits in dieser frühen Phase alle energetischen Schwachstellen aufzudecken.
Wir sind immer dabei um die Kosten und die Umsetzung im Auge zu behalten, um gleich utopische Ansätze zu eliminieren, es muss bezahlbar und nutzerfreundlich bleiben und darf nicht auf Kosten von irgendwelchen architektonischen Sonderleistungen nur mit dem Ziel „egal wie“, Hauptsache das Ziel wird erreicht, das ist nicht unsere Philosophie!
Als erste Voruntersuchung ist es notwendig zu eruieren, welche Medien liegen entweder im Projekt bereits an oder können einfach bereitgestellt werden.
Das idealste Medium ist Fernwärme, hier passen alle Parameter um ein Effizienzhaus 55 zu erreichen, es würde sich aber als teurere Variante eine Holzpellet Zentralheizanlage anbieten diese ist aber schon alleine circa 2,5-fach so teuer wie die Fernwärmestation, somit in diesem Fall absolute zweite Wahl.
Bedenken Sie auch bitte, dass wir dies an einem Projekt erläutern, das so gut wie realisiert ist und sich jedes Gebäude aufgrund der Himmelsausrichtung, der Gesamtgröße, etc. unterscheidet und daher andere Wege/Lösungen zu einem rascheren bzw. anderem Ergebnis führen können. Wir halten fest, als Hauptmedium wird Fernwärme als Energieträger genommen.
Befassen wir uns nun mit der Gebäudehülle, als erstes mit den neuen nach historischem Vorbild gefertigten Fenstern/Balkontüren.
Dieses Bauteil ist eines der Schwächsten in der energetischen Sanierung, aber hier ist mittlerweile die Technik sehr weit fortgeschritten. Dreifach-verglaste-Holzfenster mit einem u-Wert von 0,85 sind heute kein Problem mehr bei der Fertigung, das Glas selber hat einen u-Wert von 0,5, der Gesamtwert errechnet sich aus dem Holz- und Glasanteil.
Das Wesentliche ist der fachgerechte Einbau der Fenster, diese müssen luftdicht eingebaut werden und im Idealfall überdeckt der spätere Einbau des Fassadenvollwärmeschutzes den Rahmen der Fenster mit circa 3-4 cm. Dies wiederum bedeutet, dass vorhandene Fensteranschläge zurück zu bauen sind, um keine Fensterfläche zu verlieren und um die Fenster bündig mit dem Mauerwerk einzubauen, der Einbau der Fenster hat ansonsten nach RAL zu erfolgen und es ist besonderer Wert auf die Dichtigkeit der Anschlüsse zu legen. Hier ist laufende Kontrolle besser und kostengünstiger als späterer Rückbau, wenn durch den Blower-Door Test (wird später noch erläutert) Undichtigkeit festgestellt werden.

